07.03.2026

Betriebsanekdoten - ein ehemaliger AZUBI erinnert sich

Ein ehemaliger Auszubildender (1979 -1981) der Molkerei Geilenkirchen (1979 -1981) stellte mir seine Erinnerungen zur Verfügung. Leider ist er inzwischen verstorben.

 

Während meiner Ausbildung im Milchwerk Geilenkirchen war ich als Lehrling für die Bierbeschaffung zuständig.
Jeden Morgen um 10 Uhr kam ein Verkaufswagen an der Warenausgabe unten auf dem Hof.
Dann wurde ich, was zur Pause meistens schwierig war, ganz leicht abgelöst, um unten vom Hof Bier zu der Quarkabfüllung zu schmuggeln und unter der Maschine zu verstecken.

 


 

In der Butterei kam ein spanischer Kollege aus dem Urlaub und brachte einen leckeren span. Brandy zur Verkostung mit.
Den mussten wir versteckt unter den Rahmtanks „verkosten" und wurden promt von nem Meister (ich glaube Müller/Möller o.ä.?? nicht Reyers) erwischt.
Zur Verkostung aufgefordert, war er so verdutzt, kam er seinen beruflichen Pflichten nach und dann waren wir aus dem Schneider.... lach

 


 

Dann gab es mal wieder Bier in der Butterei. ...leider zu kurz vor Ende vor dem Feierabend.Mach schnell... schnell... trink aus... der Kasten muss weg... ist Feierabend
Ich mit 17 die Flasche auf ex... durch die Geilenkirchener Innenstadt hab ich echt überlegt, ...ist es besser das Mofa zu schieben?

 


 

Einmal sollte ich, wie so oft, im Lager über dem Labor, Karton aus Hartkarton kleben für 25 kg Blöcke für Butter und die dann nach Bedarf, wenns nicht viele waren, einfach runter werfen.
Nachdem ich mich erkundigt hatte, ob keiner drunter steht, ließ ich dann immer 10 Kartons im Stapel runter fallen.
...dann wieder kontrolliert... alles frei und dann fallen lassen... doch dann kam ein Meister (Weißkittel)... nicht Reyers, um die Ecke und bekam die volle Ladung ab.
Das Geschimpfe einerseits und das Gelächter anderseits war nicht zu überhören!

 

Josef (Jupp) Körlings (Betriebsrat) war ganz ok... leider unten im Betriebsraum.
Sein Bruder, ich glaube Alfons o.a., war Buttermeier... Leiter der Butterei und wurde auch mal handgreiflich... zumindest machte er mal nein Bodycheck und ich flog durch ‘nen Schubser in die Ecke.

 


 

An einem Freitag hielt er unabsichtlich nen Dampfschlauch hinter sich und mir genau in die Stiefel... Wade verbrüht.
Bin ja hart im Nehmen, am Wochenende Wunden geleckt und am Montag war ne Kruste drauf und bin wieder zur Arbeit.
Dann meinte er zu mir: nimm Schürze und komm mit. Schürze hatte ich nicht gehört.
Er meinte ... keine Schürze... selber schuld...ich mache am Rahmtank die Verschraubung auf (der Sahnespiegel stand darüber) und du steckst schnell den PH-Fühler rein und schraubst zu.
OK...danach hätte ich jeder Schönheitskönigin mit meiner zart gefetteten Haut Konkurrenz gemacht. Wer hat mal in Sahne geduscht?

 


 

Paletten mit Butter und Paletten mit 5lr. Tüten Sahne liefen über ein Rollenband und dann über einen Fahrstuhl, mit Fotozellen gesteuert, runter ins Kühlhaus.
Fotozellen waren verschmutzt und schalteten nicht richtig, somit fiel eine Palette Butter ungebremst im Aufzugsschacht hinterher auf die gerade im Aufzug befindliche Palette Sahne.
Diese Sauerei kann man sich ja vorstellen!
Kurz vor Feierabend wurde das Nötigste frei geräumt und mein Auftrag war es am nächsten Morgen alles wieder sauber und gangbar zu machen.
Womit keiner gerechnet hatte: und morgen ist Berufsschule!! dann war ich 6 Wochen in Krefeld zum Blockunterricht :) :)