Grube Langenberg

Die Grube Langenberg bei Kohlscheid wurde um 1620 (??vor 1573??) an- und 1993 stillgelegt. Zunächst war sie im Besitz einer Köhlergesellschaft, die das Bergwerk 1638 wegen hoher Verluste an die Gemeinde Kohlscheid abgeben musste.
Aber auch die Gemeinde verwaltete die Grube ohne Erfolg, der sich erst dann einstellte, als Langenberg schon nach kurzer Zeit wieder an die Köhler zurück fiel. 1654 wurde eine neue Schachtanlage gebaut.
Bis zum Jahr 1730 erweiterte sich der Bereich der Grube beständig. Dann kam es zu Schwierigkeiten mit dem Wasserabflussstollen, die dazu führten, dass die Bergleute Langenberg vorübergehend aufgeben mussten.
1756 wurde der Abbau wieder aufgenommen und mit Hilfe eines neu gebauten Stollens in vier Schächten bis zum Jahr 1775 fortgeführt.
Dann gab es wieder einen sechsjährigen Förderstillstand, bis im Jahr 1781 der Betrieb in privater Regie wieder aufgenommen wurde.
Nach 1793 betrug die jährliche Förderung etwa 20.000 Zentner. In der Grube waren 200 Bergleute beschäftigt.
Die Grube Langenberg erhielt als erste der Wurmgruben 1811 eine Dampfmaschine zur Beförderung des Grundwassers nach oben.
1859 kam die Grube in den Besitz der Vereinigungsgesellschaft, die nun eine vorteilhafte Verbindung von Langenberg mit der benachbarten Grube Laurweg herstellen konnte. Mit der Fusion zwischen Vereinigungsgesellschaft und EBV im Jahr 1907 gehörte Langenberg bis zur Stilllegung 1913 zum Eschweiler Bergwerks-Verein.
An der Straße "Am Langenberg" steht heute nur noch der Gebäuderest der 1842/43 erbauten Schachthalle der Grube Langenberg. Sie wurde errichtet über einem Förderschacht und mit Seilscheiben im Dachgebälk über dem Schacht. Ursprünglich stand hinter der Schachthalle das Maschinenhaus für die 40 PS starke Hochdruckfördermaschine, rechts und links flankiert von Kesselhäusern mit den zugehörigen Schornsteinen. Im Maschinenhaus wurde 1847 eine Wasserhaltungsmaschine zugefügt, die über ein Gestänge die Pumpe im Pumpenschacht bewegte.
Später wurden die Tagebauten zu Wohnungen umgebaut. 1925 wude das Ledigenheim gebaut, in dem später u.a. Zwangsarbeiter untergebracht waren.
Im Frühjahr 1995 wurde der Schacht durch die Fa. Schlun gesichert. Dazu musste der obere Teil des Gebäudes incl. Dach und Schachtglocke abgebaut werden.
Das ehemalige Ledigenheim, später genutzt als Supermarkt der Firma Westkauf, später von Tengelmann und Kaisers, wurde 2019 abgerissen.

[Eine ausführlichere Zeittafel der Geschichte der Grube Langenberg ist in Arbeit.]

Literatur

In der Reihenfolge Ihres Erscheinens:

  • Sistemich, Franz (1971 (Reprint)): Die alte Grube Langenberg. In: Gemeinde Kohlscheid (Hg.): Kohlscheid. Beiträge zu seiner Geschichte und Entwicklung. Unter Mitarbeit von Josef Aretz, Wilhelm Polz, S. 119–130.
  • Aretz, Josef (1987): Kohlscheider Bergwerke. 2. Aufl. Herzogenrath. Darin zur Grube Langenberg S. 420 – 521.
  • Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V. (1988): Kohlscheider Straßenspiegel. Unter Mitarbeit von Heimatkundlicher Arbeitskreis. Herzogenrath. siehe u.a. "Am Langenberg",
  • Mailandt, Irmgard (2019): Dokumentation und Stellungnahme zur Erhaltenswürdigkeit der ehemaligen Grube Langenberg. Herzogenrath - Kohlscheid - Am Langenberg 8. Hg. v. Stadt Herzogenrath – Der Bürgermeister. Herzogenrath. -> Download

Es bietet sich an, verschiedene Quellen weiter auszuwerten. Z.B. finden sich im Straßenspiegel Infos zur Grube unter Am Langenberg, Oststraße, Nachtigallenwäldchen, Markt (wegen Friedhof), Further Weg, Puetgasse, Auf'm Schiff, Zum Wurmtal, Katharinenstraße, Barbarastraße.

Es geht um Fragen wie z.B.:

  • Bekannte Ereignisse rund um die Grube Langenberg als Zeittafel
  • Besonderheiten der Abbautechnik, vom Einsatz von Pferden bis zur ersten Dampfmaschine im Wurmrevier
  • Veränderungen der Fläche des Grubengeländes: Schächte, Ausdehnungen, Tagebauten, Bergehalden, Verkehrsverbindungen usw.
  • Wo haben die Beschäftigten der Grube Langenberg gewohnt?
  • Folgenutzung der Tagebauten und des Grubengeländes nach Beendigung des Bergbaus
  • Volksgarten / Lustgarten
  • Urheberrechtsfreie Fotos der Grube