15.05.2026

Wenn ich Geschichten und Informationen über den Markt betrachte, oder historische Bilder und Karten, drängen sich mir diese Eindrücke auf:
Von den Anfängen des Marktes her war Wasser ein bestimmendes Element. Es gab den Dorfpfuhl, auch Kapellepoul genannt. Um diesen ranken sich viele Geschichten. Später gab es hier ein ummauertes Bassin oder verschiedene Brunnen. Heute, aber an andere Stelle, der Bergbaubrunnen und ein Trinkwasserspender.
Eine große bauliche Veränderung kam durch den Bau der Kapelle, später durch den Bau der größeren Pfarrkirche St. Katharina abgelöst. Jetzt hieß es nicht mehr Dorfplatz, sondern Kirchplatz.
Der Markt ist das Ende der wichtigen Wurmtalverbindung von Bardenberg über die Oststraße an der Grube Langenberg vorbei. Als die Straße noch direkt an der Kirche vorbei führte, konnte man fast von einer Kreuzung der wichtigsten Kohlscheider Innenstadtachsen sprechen: Ost-, Süd-, West- und Nordstraße. Wir sehen, wie sich die Wege- bzw. Straßenführung im Laufe der Zeit änderte.
Der Markt hat im Laufe der Zeit mehrere Umgestaltungen seiner Fläche und der Verlagerung der Straße erfahren.
Der Köhlerhof - nicht nur ein alter Gutshof, sondern eine wichtige Gaststätte lag direkt an der Stirnseite des Platzes. Hier trafen sich z.B. die Bergleute am Katharinatag schon im 16. Jahrhundert.
Vermutlich war hier der "Hauptplatz" als Treffpunkt für den Marsch der Bergleute zur Huldigungsfeier ihres Herrn von Heyden 1598.
Zum Marktplatz wurde die Fläche durch den Wochenmarkt und dem weit bekannten Kohlscheider Kirmesmarkt. Und zum Veranstaltungsplatz durch Prozessionen, Konzerte, Aufmärsche, Gemeindefeste und mehr - heute z.B. die Feierabendmärkte.
Weiter sorgten viele Gaststätten und Geschäfte für eine Belebung des Platzes.
Neben den Straßen sorgten die Haltestellen für „Verkehr“. Zuerst die Haltestelle der Kleinbahn (= Straßenbahn) ab 1900, dann die der Busse, heute die der ASEAG-Linien 34, 54, 80 HZ2, WÜ1, N6.
Schon früh wurde der Markt „moderner“ ausgestattet: die erste elektrische Straßenlaterne 1900, eine Normaluhr, das Telefonhäuschen und für viele Jahre die Bedürfnisanstalt in den 50er Jahren.
Die Nutzungen dieses Platzes waren immer schon sehr vielfältig, die Bedeutung für die Kohlscheider hoch. Ich kann das nicht alles vertiefen. Zu einigen meiner Eindrücke folgen bild- oder textliche Belege. Die "Geschichten", die dieser Platz erzählt, müssen an anderer Stelle beschrieben werden.