Calculen – Kalculen - Kalkulen

Wann ging es bei uns los mit dem Abbau von Steinkohle?

Die mehrmalige Erwähnung von Kalculen in den Anales Rodenses ab 1113 wird als ältester schriftlicher Hinweis auf den Steinkohleabbau im Wurmrevier und damit in Europa verstanden. Archäologische Funde in römischen Villen des hiesigem Raumes weisen den Gebrauch von Kohle zur Beheizung schon viel früher nach.

Die Annales Rodenses (deutsch: Klosterrather Jahrbücher) sind eine mittelalterliche Chronik aus der Abtei Rolduc (deutsch: Klosterrath) in der niederländischen Provinz Limburg. Sie wurden in lateinischer Sprache verfasst und sind eine wichtige Geschichtsquelle für die Datierung von Ereignissen im 12. Jahrhundert.“ (Quelle Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Annales_Rodenses)

In der von Franz Heidbüchel und Hermann Kramer bearbeiteten Fassung kann man die Hinweise auf die Kalkulen nachlesen:

1113

Das Land war sein Eigentum und liegt zwischen Kalkulen* und dem Gelände (cod.: locum), das jetzt Herberge ist, im Westen von Rode anstoßend an den Weg, der zur Burg Rode führt.

Erläuterung: *Kalkule(n) - Gebiet in der Nähe des Klosters; in den Annalen des Klosters häufig erwähnt

Weitere Nennungen in den Jahren 1114 (2x), 1116, 1117 (2x), 1120, 1125

Doch wo werden die Kalculen verortet?

Die ausführlichste und damit für mich auch nachvollziehbarste Untersuchung dazu findet sich in der niederländischen Homepage agrarisch kerkrade von N. Moonen im Kapitel 41 Kalculen: https://sites.google.com/site/agrarischkerkrade/d-16.

Der Begriff Kalculen steht nach einem Eintrag kurz vor 1400 für einen Landbauernhof, der später abgebrannt ist. Auf dem brach liegenden Gelände entwickelt sich die 'Koeckelheyde'.

Vermutlich wurde der Name dieses Hofes aus einem schon länger bestehenden Feldnamen gebildet. Die 8 Nennungen in den Annales Rodeneses deuten darauf hin. Der Kommentar zur Übersetzung erläutert so z.B. „Kalkule(n) - Gebiet in der Nähe des Klosters“, die letztlich in Kohlberg / Strass lokalisiert wird (ausführlicher in der angegebenen Untersuchung).

Das 2015 aufgestellte Schild am Pilgramsweg erinnert daran.

Hinweistafel: Kloster Rode und die Kalculen (c) Heinz Maas