Die Laurwegstraße

Wir wohnen in der Laurwegstraße. Ortsfremde meinen dann, wo wohnt Ihr, im Lauerweg?

In Kohlscheid gab es zwei Kohlegruben: Alt- und Neulaurweg, aus Neulaurweg wurde später Laurweg. Die Flubezeichnung auf alten Karten war Laurwegsfeld.

Die Laurwegstraße  lag auf dem Abbaugelände dieser Grube, daher der Straßenname.

Ein Blick in die Lauwegstraße bei GoogleMaps

Aus dem Kohlscheider Straßenspiegel

Der Heimatverein Kohlscheid 1932 e.V. schreibt in seinem informativen "Kohlscheider Straßenspiegel":

 

1910 erteilte die Gemeinde die erste Baugenehmigung für die ins Laurwegfeld hineinführende Laurwegstraße; die Fluchtlinien wurden erst 1912 offiziell festgelegt. 1925 galt die Straße als ausgebaut.

Am Ende der Laurwegstraße befand sich 1918 noch die Ziegelei von Delcominette.

Länger als 350 Jahre wurde in Kohlscheid unter dem Namen Laurweg Anthrazitkohle gefördert. Die Grube Laurweg bestand sehr wahrscheinlich schon zum Ausgang des 16. Jahrhunderts ...

Die Grube beschäftigte 1949 incl. aller Nebenbetriebe 2.562 Arbeiter und Angestellte. Seit 1952 arbeitete Laurweg im Verbund mit Gouley, weil die auf Laurweg noch anstehenden Kohlevorräte das Auffahren einer neuen Sohle nicht mehr ratsam erscheinen ließen. ...

Mit der Stillegung von Gouley / Laurweg endet der Bergbau an der Wurm 1969.

 

Hinweise zur der Geschichte der Laurwegstraße

Eine ehemalige Bewohnerin der Straße berichtete uns 2012 auf einer Reise, dass das Haus Nr. 5 als erstes 1912 erbaut worden sei und damals das Büro des Ziegelwerks beherbegt habe. Im Garten dieses Hauses gabe es früher ein weiteres Haus.

 

Die alten Häuser vorne in der Laurwegstraße gehörten dem Eschweiler Bergswerksverein (EBV), die einzelnen Etagen waren vermietet. Nach und nach wechselten die Häuser ihren Besitzer.

 

Das Leben in der Laurwegstraße veränderte sich Ende der 70er Jahre, als im hinteren, nicht ausgebauten Bereich der Straße ein Bierverlag ansässig wurde.

 

1983 wurden die Häuser 9 - 15 gebaut und bezogen. Für die Kinder war das Brachgelände am Ende der Laurwegstraße lange als "Wildnis" ihr Naturabenteuerspielplatz.

 

Eine Besonderheit gab es hinter dem Bierverlag, von der Straße aus fast nicht einsehbar: die geplante Weinprobierstube. Als in Düren die Kasernen nach Abzug des belgischen Militärs leer standen, erwarb der Inhaber des Bierverlags ein hölzernes Kasernengebäude und baute es auf seinem Gelände auf. Aus der geplanten Weinprobierstube wurde nichts, aber das Haus beherbergte das ein oder andere Straßenfest.

 

Mit der Schließung des Bierverlages 198? und dem Verkauf des gesamten hinteren Geländes an die Stadt Herzogenrath kam es zu einer regen Bautätigkeit. Der Bierverlag wurde abgerissen und das in den Technologiepark integrierte Gebäude der damaligen Firma Team 4 erstellt.

 

 

Heute befindet sich im Parterre das Kundenzentrum des regionalen Enegrieversorgers enwor:

 

Ab dem 8. Oktober 2013 begrüßen wir Sie im neuen enwor-Kundencenter in der Kaiserstraße 100 (hinter dem Kohlscheider Sportpark), 52134 Herzogenrath-Kohlscheid.

Nebenan, in der Kaiserstraße 86, finden sie zukünftig den gesamten Netzbetrieb, die Standrohrausgabe, das Zählerwesen und den Bereich Vermessungswesen.

 


Dann folgte der Bau der Wohneinheiten auf dem Gelände des ehemaligen Bierverlags.