Heimat - ein ebenso schönes wie bisweilen heikles Wort. Es kann für einen Ort stehen, für eine Erinnerung oder auch nur für die Sehnsucht nach Vertrautem. In den Zeiten von Globalisierung und sozialem Umbruch gewinnt Heimat neue Bedeutung: weil sie Menschen hilft, ihre Geschichte zu verstehen. Und ihren Platz in der Welt neu zu finden." (Romberg)


Nachdenken über Heimat

Man sieht auf meinen Seiten: ich setze mich auseinander mit  "heimatbezogenen" bzw. heimatgeschichtlichen Themen. Dazu gehört die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet?

 

Planet-Wissen stellt fest, wie schwer man die Bedeutung bei diesem Begriff "mit langer Geschichte" erfassen kann; so gibt es z.B. auch keine Eins-zu-eins-Übersetzung in andere Sprachen.

"Begibt man sich auf die Suche nach der sprachlichen Herkunft von "Heimat", muss man bis ins Germanische zurückgehen, den Ursprung mehrerer europäischer Sprachen. Hier taucht das Wort "heim" auf, was soviel bedeutet wie "Wohnplatz", "Dorf" oder "Haus". Eine Ableitung ist davon nicht nur im deutschen ''Heim'', sondern auch im englischen "home" erhalten. Bezeichnet wird allgemein der Ort, an dem man lebt.
Doch das "zu Hause", wie wir es in unserer Zeit kennen, beinhaltet weit mehr als ein tatsächlich bewohnbares Gebäude. Eine Heimat hat man dort, wo Gefühle und persönliche Assoziationen hineinspielen. Eine wichtige Sinnerweiterung erhält das germanische "heim" schließlich in der nächsten Entwicklungsstufe: Im Althochdeutschen (8. Jahrhundert bis 1050 ) taucht "heimoti" auf, später wird daraus das mittelhochdeutsche "heimote" (1050 bis 1350).
Durch die Nachsilben "-oti" und "-ote" erhält das Wort eine erweiterte Bedeutung: "heimoti" lässt sich demnach mit "zu dem Heim gehörig" übersetzen. Die materiellen vier Wände eines "Heims" werden durchbrochen und beziehen weitere immaterielle Aspekte mit ein, beispielhafter Ausdruck ist hierfür das "zu Hause sein"."

 

Peter Burggraf befasst sich mit Kulturlandschaftspflege; für sein Fachgebiet führt z.B. diese Aspekte von Heimat an:

  • „In eine „Heimat" hinein geboren werden" (erste Heimat)
  • „In eine neue ,Heimat' ziehen" (Integration, sich heimisch fühlen, zweite Heimat)
  • „Heimat" und Romantik (bildliche Verklärung mit den von der Romantik geprägten Bildern von „schönen" Landschaften)
  • „Heimat" und die Verklärung der sogenannten „guten alten Zeit"
  • „Heimat" in unserer Vorstellung (Landschaften im Kopf, Landschaft als Text)
  • „Heimat" mit der Kulturlandschaft als sichtbare Komponente und Kulisse
  • „Heimat" als Regionalbegriff (Landmannschaft)
  • Verbindung von Heimatpflege mit Naturschutz und Denkmalpflege
  • „Heimat" in den Medien (Fernsehfilm „Heimat" von 1984, Heimatbeilagen von Zeitungen)
  • „Heimat" in der Kunst (Landschaftsmalerei der Romantik)
  • „Heimat" im Vereinswesen (z.B. Schützenvereine mit dem Motto: „Glaube, Sitte, Heimat")
  • „Heimat" als Motivation für Alltagsgeschichte und Alltagsforschung
  • „Heimat" als Aufgabenbereich (Kreisheimatpfleger)

Die Blogreihe "Nachdenken über Heimat " des SWISS PORTAL FOR PHILOSOPHY bietet viele Anregungen, um intensiver über Heimat nach zu denken. Zum Einstieg empfehle ich: Egbert Daum: Heimat wird gemacht! 

 

Noch nicht genug davon? 

Heimat - Wiederkehr einer Idee. Gesprächsreihe beim Deutschlandfunk.