Bergarbeiterbild im alten Rathaus

     Bergarbeiterbild Foto Lothar Schmitz
Bergarbeiterbild Foto Lothar Schmitz

2021 wurde das nebenstehende Bild in einer Postkartenreihe des Kohlscheider Verlags Murken-Altrogge veröffentlicht.

Das wenig bekannte Bergarbeiterbild schmückt den Gemeindesaal des alten Bürgermeisteramtes Kohlscheid in der Kaiserstraße. Es ist immerhin ca. 3,40 x 2,2 m groß.

Der Heimatverein fragte in der Aachener Sonntagszeitung am 21.02.2021 nach Informationen zum Hintergrund und zur Entstehung dieses Bildes.

Das Bild hatte ein gegenüber

Auf die Anfrage folgte später diese Information:

 

Zum Bild selbst:
Es ist ein aus handgeformten, gebrannten Kachelfliesen zusammengesetztes Bild. Die Kacheln sind nicht rechteckig sondern puzzleartig in der Form. Sie sind ca 2 cm dick. Wie sie an der Wand montiert oder befestigt sind, ist nicht bekannt.

Auf der einen Seite sind die Bergleute zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite sollte ein Reichsadler mit riesig ausgebreiteten Flügeln montiert werden. Der Reichsadler hielt in den Klauen einen Lorbeerkranz. Die Mitte war ausgefüllt mit einem Hakenkreuz. (Durchmesser ca. 30 cm) Die Ausmaße des gesamten „Bildes“ liegen bei ca. 2,40 bis 2,60 breit und 2,30 hoch. Dieser Adler ist nicht „aufgehängt“ worden, vermutlich aus Angst vor den Wirkungen auf die anrückenden Amerikaner.
Nach der kommunalen Neugliederung Mitte der 1970er Jahre arbeiteten wir in der Nähe des Rathauses. Ich stand gerade zusammen mit unserem Bauleiter an der Baustelle als ein junger Mann uns ansprach. Er hätte den Auftrag von der Stadt das Rathaus auszuräumen und alles was noch so herumsteht weg zu werfen. Er hätte eine Kiste im Keller des ehemaligen Kohlscheider Rathauses gefunden. Sie enthielt Steine oder Kacheln und er wollte jetzt fragen, was das sei.
Es handelte sich um eine Kiste von ca. 80X60X50 cm.  Sie enthielt einzeln sorgfältig in Zeitungspapier eingewickelte Fliesen. Die Rückseite der Fliesen ist rötlich braun.
Wir erkannten, dass es sich um etwas Besonderes handeln musste und packten einige Teile sorgfältig aus und legten sie zusammen. Der Adler kam ansatzweise zum Vorschein. Eine Signatur haben wir nicht gefunden. Wir packten alles wieder wie vorgefunden ein.

Der Hausmeister, der ausräumen sollte, wollte mir den Fund überlassen. Da ich  nun gar nichts mit dieser Art Relikten zu tun haben will, kam mir aber eine Idee, diese künstlerisch wertvolle Arbeit dennoch zu erhalten. Zu dieser Zeit arbeitete ich auch für einen Unternehmer aus dem Nordkreis. Er war Sammler von Oldtimern und auch von Militaria.

Wir packten die Kiste wieder voll und brachten sie dem Sammler. Dort haben wir das Puzzle komplett ausgelegt. Wir sahen sofort, dass die Arbeit als solche von sehr hoher Güte war.  Bei dieser Gelegenheit sind auch Fotos gemacht worden. Der Unternehmer hat den Fund für seine Sammlung genommen. So kam der Adler weg von Kohlscheid  Nach dem Tod des Sammlers wurde die gesamte Sammlung gestückelt verkauft.


Über den weiteren Verbleib des Adlers ist nichts bekannt.
Wenn Fotos gefunden werden, dann werden wir sie veröffentlichen.

Urheber vielleicht Wilhelm Geißler?

Das Mosaik unten im ENERGETICON Alsdorf besichtigt werden.

Wilhelm Geißler (1895 - 19977) hat es 1934 für das Gymnasium Alsdorf angefertigt; ein naher Verwandter des Künstlers war Schüler des Gymnasiums. Es war im Eingangsflur angebracht.

Als das Gymnasium in den 1960 Jahren am Alsdorfer Weiher neu gebaut wurde, zog das Mosaik dorthin mit um. Nach dem erneuten Neubau des Gymnasiums auf dem Annagelände 2017/18, war "kein Platz" mehr dafür und es kam ins ENERGETICON.

Wandmosaik von Wilhelm Geißler zur Erinnerung an das Grubenunglück 21. Oktober 1930
Wandmosaik von Wilhelm Geißler zur Erinnerung an das Grubenunglück 21. Oktober 1930