Von Stillen Orten

In Reih und Glied
In Reih und Glied (C) Heinz Maas

Wie kommt man darauf, dieses (Tabu-)Thema fotografisch zu dokumentieren?

Wer viel in fremden Städten unterwegs ist, kennt die wichtige Frage: wo ist die nächste Toilette? Gute Reiseleiter auf Busreisen planen das ein und finden dafür eigene Namen: biologische Pause (Türkeirundreise im Dezember 2011) oder Coffee-Out-Pause (Südengland). 

So habe ich in den letzten Jahren immer wieder mal ein Foto von Stillen Orten oder den Hinweisen auf sie gemacht. Zuerst geschah das unsystematisch, ich habe ja nicht immer eine Kamera dabei. Inzwischen habe ich oft meine Kamera dabei, wenn ich stille Orte aufsuche.

Die Fotos veröffentliche ich aus Platzgründen auf Picasa, Sie werden also weiter geleitet;

und ausnahmsweise dürfen einzelne unscharfe dabei sein.

Rubriken

Um ein wenig Überblick in die Sammlung zu bringen, mache ich einige Unterteilungen.

Auf dem Weg zu Stillen Orten

Auf dem Weg zum Stillen Ort helfen Hinweisschilder der unterschiedlichsten Art und Größe. In der Regel wird ja nach Männlein und Weiblein unterschieden, wenn nicht bereits die "Multiuser"-Nutzung vorgesehen ist. Und wenn man denkt, dass Farbe zur Unterstützung eingesetzt werden könnte, werden Männer durch weibliches violett gestört (oder dachte man an Bischöfe?).

Manche Kneipe gestaltet den Weg sehr künstlerisch.

 

Bauweisen von Keramik bis Edelstahl

Bei den Baustoffen geht die Entwicklung weiter. Wurde früher eher gefliest oder Keramik eingesetzt, setzen sich heute im öffentlichen Raum pflegeleichte Materialien wie Edelstahl durch.

Bei der Bauweise wurde die frühere Rinne fürs Massenpinkeln abgelöst durch individuelle Aufnahmebecken. Doch manchmal bietet sich anscheinend wieder die alte Rinnenwanne an, dann aber in Edelstahl.

 

Duftsteine - bunt, aber nicht essbar.

Um dem Duft der sich zersetzenden Harnstoffe Herr oder Frau zu werden, muss regelmäßig geputzt werden. Wenn das nicht hilft, kommen Duftsteine zum Einsatz, in unterschiedlichen Farben und Formen; manchmal mit dem ironischen Hinweis "bitte nicht in den Mund nehmen".

Zielhilfen - damit immer richtig getroffen wird.

Je nach Alter und Alkoholpegel nimmt die Zielfähigkeit bekanntlich ab. Findige Hersteller arbeiten dafür "Zielscheiben" ein und animieren zu Spielen wie "die Fliege verjagen" oder "die Kerzenflamme löschen". Manche Wirte helfen sich mit den ausrangierten Toren ihrer Tischfussballspiele.

 

Werbung, Kunst oder Tageszeitung: wer lange genug steht, ...

Obwohl man kürzer steht als sitzt, werden die Wände über den Pinkelstellen mit den unterschiedlichsten Informationen versehen. Kunst kann Mann erfreuen. Werbung ist gerade auf Autobahnen obligatorisch. Und wenn man seine Werbetafeln noch nicht verkauft hat, wirbt man eben für das eigene Angebot.

Wo es ganz modern zugeht, kommt die Werbung schon vom individualisierten Bidschirm, jedem Steher sein eigenes Programm?

Wer ganze Zeitungen lesen will, muss wohl von Becken zu Becken springen - möglichst tropfrei.

Hinterher: für die Hygiene danach

Für dieses Thema bieten die englischen Toiletten besonders viel. Für alles und jedes gibt es in England Hinweisschilder, auch die Aufforderung für das Händewaschen danach.

Aus England kommt auch die hier noch nie gesehene Variante des integrierten Multifunktionswaschbeckens: Seifenspender, Wasser und Fön auf Knopfdruck in einer Öffnung.

 

Was sonst noch auffällt

"Kleinere" Männer werden durch ein tiefer hängendes Becken optimal versorgt. Kluge Wirte ergänzen dies durch einen Hocker.

Für ganz Vergessliche ist der Hinweis wichtig, wo sich das Trinkwasser nicht befindet.

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