Ich habe Schmerzen - also bin ich?

Ein Opfer von Kyrill
Ein Opfer von Kyrill (C) Heinz Maas

Hinweis der Kusine meiner Frau: Wenn ich morgens keine Schmerzen mehr spüre, weiß ich, dass ich nicht mehr lebe.

 
Schmerzen waren für mich ein Leben lang der Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung ist und geheilt werden muss und in der Regel auch geheilt werden kann: Zahn- und Ohrschmerzen, Seitenstiche, Muskelkater, Magenschmerzen, Koliken und vieles andere.

Im Alter wird das Verhältnis zu Schmerzen anders, das zu aktzeptieren fällt mir nicht leicht.  

Die von mir gerne zitierte Homepage seniorenfreundlich.de erwähnt zu diesem Thema nur: Schmerzen bei vielen Bewegungen und Tätigkeiten, z.B. beim Bücken, Heben, Drehbewegungen der Hand oder des Kopfes beim Nachhintenschauen.

Doch was bedeutet das wirklich?

Das Thema Schmerzen beschäftigt mich seit einigen Monaten leider immer mehr, Füsse und Schultern machen sich anhaltend bemerkbar. Und die Ärzte werden immer undurchsichtiger in ihren Diagnosen und wollen röntgen und teuere MRTs anfertigen und werden dadurch doch nicht schlauer.

Sind Schmerzen also ein typisches Thema des Älterwerdens, mit dem man sich arrangieren muss?

Wie sehr Schmerzen im Alter dazu gehören, wurde mir auf der letzten Busreise durch Aussagen der Mitreisenden klarer:

  • Diese Reise überstehe ich nur mit Schmerzmitteln. (ich war damit also nicht alleine; ich hatte vorgesorgt, kam aber ohne aus!)
  • Im Winter fahren wir immer für 3-4 Wochen in die DomRep oder nach Teneriffa, da komme ich komplett ohne Schmerzmittel aus.

Ich gebe aber die Hoffnung noch nicht auf, einen Teil der Schmerzen wieder weg zu bekommen. 

 

Nachtrag nach Fertigstellung:  
Passend dazu finde ich in meinem aktuellen Krimi:

"Der Schmerz ließ nach, je länger er lag, und dass erfüllte ihn mit Sorge. Schmerz war der Freund der Lebenden. Das andere, die Eiseskälte und Schwärze, waren Vorboten des Todes."

Elizabeth Corley: Requiem für eine Sängerin, Frankfurt a. M. 2004, S. 423 (Hinweise dazu auf Krimicouch.de).

 

 

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