Was ist ein guter "Senior"?

Kopf aus Staufen
Kopf aus Staufen - (C) Heinz Maas

Durch die Teilnahme an einem Seminar zur Vorbereitung des Ruhestands habe ich mich verstärkt um Seniorenthemen gekümmert. Die Frage, ob ich mich selbst schon als Senior bezeichnen kann, beschäftigt mich noch immer. Mich zur Gruppe der 50+- oder 60+-Zielgruppe zu zählen, fällt mir schon leichter. Und das Seminar fand ja auch statt in einer Akademie für die 2. Lebenshälfte und war keine Seniorenakademie.

Trotzdem: beim Durchstöbern der vielen Homepages für Senioren drängt sich der Eindruck auf, es gehe nur darum, ein guter Senior zu werden.

 

Was ist also ein guter Senior?

Ein guter Senior* ist einer,

* Ich schreibe dies als Mann aus meiner männlichen Perspektive. Es wird kein Zufall sein, dass vieles davon auch auf Frauen zutrifft.

  • der sich zu beschäftigen weiß und nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben nicht in ein Loch fällt
  • der sich auf seinen Ruhestand und sein Älterwerden richtig vorbereitet
  • der sein berufliches Knowhow als Seniorberater oder Mentor weitergibt 
  • der immer wieder Neues lernt und sich weiter bildet, sowohl in Seminaren oder im Internet, aber auch auf Reisen
  • der sich freiwillig ehrenamtlich engagiert
  • der wenigstens ein Hobby pflegt, z. B. Briefmarken sammelt oder seine Ahnen erforscht
  • der sich gesund ernährt, immer das Richtige und nie zu viel isst oder trinkt
  • der sich um seine Fitness und Beweglichkeit kümmert, die Teilnahme wenigstens an einem Halbmarathon wäre schon gut oder das jährliche Sportabzeichen
  • der die zunehmenden körperlichen Beschwerden und Gebrechen mit den Errungenschaften der Medizin zu kompensieren weiß - von der Brille und dem Hörgerät über Zahn- und Gelenkprothesen bis hin zu Rollator und Treppenlift
  • der seinen Alterungsprozess vielfältig zu verlangsamen weiß oder mit der Testosterongabe seines Antiaging-Arztes wieder jünger wird
  • der so wieder zu einem aktiven Sexualpartner wird, vielleicht mit einer entsprechend jüngeren Partnerin
  • der sich statistisch korrekt verhält und vor seiner Partnerin stirbt
  • der eingebunden ist in örtliche Beziehungsnetzwerke
  • der die Kontakte in der Familie und zu Freunden pflegt
  • der trotz zunehmender Altersarmut seinen Lebensstandard halten kann und seine Finanzen gut verwaltet
  • der regelmäßig Messen besucht wie "60+ - Gesund und aktiv im Alter"
  • der seine Wohnung barrierefrei und altengerecht renoviert hat und dabei für den Wohnbereich einer künftig notwendigen Pflegekraft gesorgt hat
  • der der im Alter möglichen Einsamkeit schon früh durch den Einzug in ein Mehrgenerationenhaus oder eine Senioren-WG vorgebeugt hat
  • der die letzten Dinge gut geregelt hat: Notfallmappe, Patientenverfügung, Testament usw. sind angelegt und werden regelmäßig aktualisiert, die mögliche Organspende und der Rahmen den Beerdigung sind geklärt
  • der eine gute Beziehung zum HÖHEREN pflegt und lebt (unabhängig davon, was er konkret darunter versteht)
  • ... (könnte noch fortgesetzt werden)

 

Für all dies gibt es vielfältige Anregungen im Internet. Wenn man sich das alles vor das geistige Auge führt, frage ich mich: wie viele gute Senioren gibt es eigentlich?

 

 

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